20. März 2014

Massiv Living in Graz

  • Der Großteil der Fassaden ist mit Vollwärmeschutz gedämmt, die roten Paneele sind wie Landmarks.
    Der Großteil der Fassaden ist mit Vollwärmeschutz gedämmt, die roten Paneele sind wie Landmarks.
    © RIGIPS_HarrySchiffer
  • Die Holzkonstruktion muss nicht immer sichtbar sein.
    Die Holzkonstruktion muss nicht immer sichtbar sein.
    © RIGIPS_HarrySchiffer
  • Zum Garten hin dominieren Holzfassaden das Gebäude.
    Zum Garten hin dominieren Holzfassaden das Gebäude.
    © RIGIPS_HarrySchiffer
  • Holz auch bei der Untersicht der Balkone und der Dachvorsprünge.
    Holz auch bei der Untersicht der Balkone und der Dachvorsprünge.
    © RIGIPS_HarrySchiffer
  • Tageslicht wird von weißen Wänden reflektiert, die Holzdecke stimmt auf Privatheit ein.
    Tageslicht wird von weißen Wänden reflektiert, die Holzdecke stimmt auf Privatheit ein.
    © RIGIPS_HarrySchiffer

Mehrgeschoßiger Wohnbau in Holz-Massivbauweise

22 Wohnungen, aufgeteilt auf zwei jeweils dreigeschoßige Baukörper, sind Teil einer der ersten mehrgeschoßigen Wohnbauten in Holz-Massivbauweise in Graz. Im Rahmen der so genannten „steirischen Holzbau-Charta" soll der Holzanteil im Wohnbau mittelfristig auf 30 Prozent erhöht werden. 

Forschung und Praxis

Entwickelt und geplant wurde das Vorzeigeprojekt von Architekt Peter Zinganel und seinem Team in Zusammenarbeit mit der holz.bau forschungs gmbh und dem Institut für Holzbau und Holztechnologie an der TU-Graz. Um einen zentralen, innenliegenden Stiegenhauskern aus Stahlbeton sind die Wohnungen angeordnet und nach Osten, Süden und Westen hin orientiert. Jede der Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen verfügt über einen privaten Freibereich in Form einer Terrasse oder eines Balkons. Alle Wände und Decken des Gebäudes wurden bei Meyr Melnhof Kaufmann in Reuthe bzw. bei Hasslacher Norica Timber in Sachsenburg als Brettsperrholz Elemente vorgefertigt. Den erforderlichen Brandschutz garantieren Vorsatzschalen bzw. abgehängte Decken aus Gipskartonplatten. Alle Zwischenwände wurden ebenfalls in Trockenbauweise errichtet.  Im Außenbereich wurde der Werkstoff Holz als Fassadenschalung sowie bei den Terrassenrosten sichtbar eingesetzt. Lediglich die Nordfassaden der beiden Baukörper wurden als verputzte Vollwärmeschutzfassade ausgeführt. Alle Dachflächen sind extensiv begrünt und wurden mit einer Solaranlage zur Unterstützung der Warmwasserversorgung ausgestattet.

Zum ersten Mal wurde bei der Produktion der Brettsperrholz-Elemente auch Laubholz eingesetzt. Bisher als Werkstoff in der BSP-Produktion nicht zugelassen, gibt es für „massiv living“ eine Sonderzulassung im Sinne eines langfristig angelegten Forschungsprojekts. In dessen Rahmen soll die Tauglichkeit von Laubhölzern für die Herstellung von Fertigteilelementen aus Brettsperrholz unter Beweis gestellt werden. So ist eine der Wohnungen im letzten Obergeschoß vollständig mit heimischem Birkenholz errichtet worden. Teilweise sind die Wandflächen dieser Wohnung auch ohne Vorsatzschale mit Blick auf die Holzwand ausgeführt, was durch die geringeren brandschutztechnischen Anforderungen in der obersten Gebäudeebene möglich war.

Bauträger: Die Frohnleitner. Gemeinnütziges Steirisches Wohnungsunternehmen GmbH
Ort: Graz, Brucknerstraße
Projektzeitraum: Juli 2011 - Oktober 2012
Bauweise: Holz-Massivbauweise
Firma: Holzbau Weiz, St. Ruprecht an der Raab // Meyr Melnhof Kaufmann, Reuthe // Hasslacher Norica Timber, Sachsenburg

Dieses Projekt wird Ihnen von RIGIPS Austria präsentiert.